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Basler Erdfarben von Zoe Vaistij, Eva Brunner und Leonie Amsler

Katalog 116 Seiten, 2026

1. Auflage 100 Ex.

65 CHF

 

Einleitung:

Wir sind Basler Erdfarben. Wir erforschen die Farbe lokaler Erden und verbinden wissenschafltiche Ansätze mit Design und Materialforschung.

 

Anfang 2023 war es, als wir uns das erste Mal über eine Zusammenarbeit austauschten. Alle drei waren wir bereits dabei, in den eigenen Ateliers mit mineralischen Pigmenten zu experimentieren. Zoe auf Keramik, Eva auf Textil und Leonie auf Papier. Zoe hatte sich mit ihrem Rheinsandbecher in Basel einen Namen gemacht, Eva herausgefunden, wie sich mineralische Pigmente für den textilen Siebdruck verwenden lassen und Leonie kam gerade von einem Ockerfelsen aus dem Baselland mit leuchtend gelben Pigmenten zurück. Als Baslerinnen, die wir alle auch in Basel arbeiten, interessierten wir uns für die Frage, ob sich wohl auch in unmittelbarer Umgebung, also unter unseren Füssen Roh- und Farbstoffe finden liessen. Und was wären die Kriterien, damit sich ein Rohstoff eignet? Welche Abbauorte gäbe es? Wir setzten uns die Kantonsgrenze als Rahmen und begannen unsere Suche. Der erste Abbauort wurde ein Waldstück in Riehen, das bezeichnenderweise Rotengraben heisst. Hier fanden wir rote und gelbe lehmige Erde. Der zweite Abbauort war eine Baugrube im Hinterhof des Ateliers von Leonie; dort fanden Grabarbeiten statt, die den Boden bis etwa drei Meter unter der Erdoberfläche freilegten. Weiter ging es mit Birsschotter, Erde vom Münsterhügel und Ocker vom Horngraben. Wir traten mit Behörden in Kontakt um herauszufinden, wieviel Material wir aus Wäldern, Stadtpärken und Gewässernentnehmen dürfen. Wir holten Bewilligungen ein, fragten Bauherrschaften und Architekturbüros nach Zutritt zu Baustellen. In unseren Ateliers begannen wir mit den ersten Tests. Zu unserer Überraschung liessen sich alle Rohstoffe der ersten Phase zu Pigmenten verfeinern und alle Pigmente auf allen Medien anwenden. Bereits bei den ersten Proben entstand eine erstaunliche Farbvielfalt.

 

Beflügelt von diesen Ergebnissen erweiterten wir unsere Untersuchung um weitere Abbauorte, bis wir eine Auswahl an 21 Rohstoffen zusammen hatten. Die Ergebnisse dieser ersten Forschungsreihe zeigten wir im Rahmen unserer Ausstellung «Ober Unter Fläche» im Herbst 2023. Unsere Forschung stiess auf reges Interesse und eröffnete neue Perspektiven; die Pigmente lassen sich nicht nur in unseren Disziplinen, sondern in einer Vielzahl weiterer gestalterischer Bereiche einsetzen. Die Farben sind in ihrer Farbigkeit, Verortung, und geologischen, kulturellen und historischen Aufladung interessant. Es entstanden die ersten Gespräche zu Architekturprojekten, bei denen das Aushubmaterial als Farbe für Fassaden, Innenwände und Böden auftauchen soll. Privatpersonen begeisterten sich für die Objekte aus Keramik, Textil und Papier, um «ein bestimmtes Stück Basel» nach Hause nehmen oder verschenken zu können. Institute und Schulen kamen auf uns zu, um mehr über den Herstellungsprozess und das Projekt zu erfahren und unser Wissen an Studierende weiterzugeben. Gleichzeitig testeten wir in unseren Ateliers unentwegt weiter und tauschten uns begeistert über neueste Erkenntnisse aus.

 

Die Nominierung für den Swiss Design Award 2026 ist eine Chance, unserem aktuellen Forschungsstand eine Form zu geben. Als öffentliche Ausstellung im Juni 2026 einerseits, in Form dieser physischen Publikation, andererseits. Wir freuen uns sehr, dieses Wissen zu teilen.

 

Basel, Mai 2026

Zoe Vaistij, Eva Brunner, Leonie Amsler

Katalog Basler Erdfarben

CHF 65.00Preis
Anzahl
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